
In der Karte des LAG-Gebietes sind alle beantragten (ausgewählten) und bewilligten Projekte verortet. (Stand: Mai 2026)
Für ihr Projekt „Engagiert in Halle - Engagement fördern mit Leader“ erhielt die Freiwilligenagentur Halle einen Zuschuss in Höhe von 185.153,74 € aus dem Europäischen Sozialfonds Plus (ESF+). Das Projekt stärkt das bürgerschaftliche Engagement und die soziale Teilhabe in den Randbezirken von Halle (Saale). Über die Online-Plattform www.engagiert-in-halle.de, öffentliche Informationsveranstaltungen, monatliche Tagesaktionen sowie stadtteilbezogene Vernetzungsforen werden Freiwillige und Interessierte vernetzt.
Wir haben mit Frau Nicole Krosch von der Freiwilligenagentur gesprochen:
Was hat Sie dazu bewogen, sich für eine EFRE-/ESF+- Förderung zu bewerben?
Als Freiwilligen Agentur Halle erleben wir täglich, wie viele Menschen sich engagieren wollen, aber nicht wissen, wie. Die Zahlen des Freiwilligensurveys bestätigen das: Fast ein Drittel der Bevölkerung würde sich einbringen, wenn es bessere Informationen und Ansprechpartner gäbe. Genau das möchten wir mit unserem Projekt ändern.
Die EFRE-/ESF+-Förderung gibt uns die Chance, Informations- und Unterstützungsangebote gezielt in die Randbezirke von Halle zu tragen. Dorthin, wo Engagement oft noch unsichtbar ist. Gleichzeitig helfen wir Vereinen, sich fit für die Zukunft zu machen: ob bei der Digitalisierung, der Gewinnung neuer Mitglieder oder der Vernetzung untereinander. Denn Engagement lebt von guten Rahmenbedingungen und Menschen, die sich kümmern und das wollen wir schaffen.
Was habt ihr schon erreicht und wie geht es nun im Projekt weiter?
Genau das, was uns zur Bewerbung bewogen hat, zeigt sich immer wieder in unserer konkreten Arbeit: Zum Beispiel haben wir mit verschiedenen „EngagierBars“ Menschen angesprochen und ihnen aufgezeigt, welche Engagementmöglichkeiten zu ihnen passen - ein wichtiger Schritt, um genau die Informationslücke zu schließen, die uns von Anfang an angetrieben hat. Bei „Anpacken & Eintüten", unseren regelmäßigen Müllsammelaktionen in den LEADER-Gebieten oder bei den Freiwilligentagen in ganz Halle wurde sichtbar, was wir vermutet hatten: In den Halleschen Randbezirken steckt jede Menge Engagementpotenzial. Es brauchte nur die richtigen Angebote, um es sichtbar zu machen. Auch bei den Quartiersrunden in der Silberhöhe, in Büschdorf, Trotha und Heide Nord, auf Stadtteilfesten oder in Gesprächen über Hitze-Schutzorte war die Botschaft klar: Die Menschen wollen sich einbringen, wenn man sie erreicht und anspricht.
Jetzt gehen wir weitere Schritte und werden im Süden der Stadt noch stärker aktiv, indem wir mit Blick auf die Landtagswahl im September sichtbare Zeichen für Demokratie setzen. Dazu werden wir interaktive Nachmittage mit den Bürger:innen im Quartier gestalten wie z.B. „Politischer Nachmittag Silberhöhe“ in Kooperation mit AWO SPI oder „Dazusetzen und mitreden“ in Kooperation mit der HALLIANZ für Vielfalt.
Gute Rahmenbedingungen für Engagement bedeuten für uns auch, Menschen zur Teilhabe zu ermutigen. Konkret heißt das: Formate zu etablieren, wo Vereine und Interessierte bei einem lockeren Austausch zusammenkommen können, um sich auszutauschen. Deshalb setzen wir weiterhin auf niedrigschwellige Formate, die beide Seiten zusammenbringen: Beim Generationenfrühstück wird gemeinsam gegessen und gefachsimpelt, bei „Anpacken & Eintüten" wird gemeinsam zugepackt, und in unseren „Dazusetzen & Mitreden"-Dialogrunden kommt jede und jeder zu Wort.
Auch die EngagierBars werden wir fortführen, um das Miteinander von Menschen, die sich kümmern wollen, und Vereinen, die gute Rahmenbedingungen bieten, zu stärken.
Was hat Ihnen am Bewerbungs- und Auswahlprozess gefallen?
Am Bewerbungs- und Auswahlprozess haben wir besonders die reibungslose Abwicklung sowie die durchgehend professionelle und wertschätzende Kommunikation mit dem LEADER-Management geschätzt. Die einzelnen Schritte waren klar strukturiert und transparent, sodass man sich gut begleitet fühlte.
Die Antragsunterlagen und das Handling waren stellenweise etwas umfangreich und erforderten eine sorgfältige Einarbeitung, was jedoch angesichts der Komplexität des Förderprogramms nachvollziehbar ist. Insgesamt haben wir den Prozess als gut organisiert und unterstützend erlebt.
Für ihr Projekt Herausforderungsinitiative: Gemeinsam Zukunft gestalten erhielt die Freiwilligenagentur Halle einen Zuschuss in Höhe von 172.926,21 € aus dem Europäischen Sozialfonds Plus (ESF+). Das Projekt baut ein trisektorales Netzwerk aus Unternehmen, gemeinnützigen Organisationen und Stadtverwaltung auf, um gemeinsam gesellschaftliche Herausforderungen in den Leader-Zielgebieten von Halle (Saale) zu lösen.
Wir haben mit Frau Christine Sattler von der Freiwilligenagentur gesprochen:
Was hat Sie dazu bewogen, sich für eine EFRE-/ESF+- Förderung zu bewerben?
Die Herausforderungen vor Ort – insbesondere im Bereich gesellschaftlicher Zusammenhalt, nachhaltige Entwicklung und die Aktivierung von Engagementpotenzialen – erfordern neue, sektorübergreifende Ansätze. Uns war wichtig, Wirtschaft, Zivilgesellschaft und öffentliche Akteure gezielter zusammenzubringen und dafür innovative Formate zu entwickeln und zu erproben.
Die EFRE-/ESF+-Förderung bietet genau den richtigen Rahmen, um solche Ansätze strukturiert aufzubauen, zu testen und langfristig zu verankern. Ohne diese Unterstützung wäre es deutlich schwieriger, die notwendige Koordination, Netzwerkpflege und Weiterentwicklung der Formate in der nötigen Qualität und Kontinuität umzusetzen.
Was haben Sie schon erreicht und wie geht es nun im Projekt weiter?
Das Projekt ist mit viel Dynamik Anfang 2025 gestartet und hat erste konkrete Ergebnisse hervorgebracht.
Ein zentrales Element sind unsere sektorübergreifenden „Impact-Formate“, die wir beispielsweise im vergangenen Jahr auf der „MS Zuversicht“ durchgeführt haben. Die Idee: Akteure aus den verschiedenen Sektoren (Wirtschaft, Zivilgesellschaft, Verwaltung und Wissenschaft) symbolisch und praktisch „an Bord holen“, damit sie gemeinsam an Lösungen für gesellschaftliche Herausforderungen arbeiten. Dieses verbindende Format hat hervorragend funktioniert und bildet den Rahmen für weitere Aktivitäten.
Ein wichtiger Meilenstein war der erste Marktplatz Gute Geschäfte für Klima und Umwelt Halle im November 2025 in Halle-Ost. Hier sind Unternehmen und gemeinnützige Organisationen in einem lebendigen Austauschformat zusammengekommen und haben konkrete Kooperationen für Klima- und Umweltschutz vereinbart – schnell, unkompliziert und auf Augenhöhe. Der Marktplatz hat gezeigt, wie viel Potenzial in solchen direkten Begegnungen steckt und motiviert uns, den Klimamarktplatz als jährliches Event fest zu implementieren.
Parallel dazu konnten wir bereits mehrere Social Days umsetzen. Unternehmensteams engagieren sich dabei ganz praktisch für einen Tag in gemeinnützigen Organisationen, insbesondere in den LEADER-Fördergebieten. Das schafft unmittelbare Wirkung vor Ort und eröffnet gleichzeitig neue Zugänge zum Engagement – oft ist ein solcher Tag der Einstieg in eine längerfristige Zusammenarbeit.
Ein besonderes Highlight war außerdem die kreative „nAchtschicht – Acht Stunden für den guten Zweck Halle“ am 25./26. Juni 2026: ein kreatives 8-Stunden-Format, bei dem Unternehmensteams über Nacht an konkreten Herausforderungen von Vereinen und Initiativen pro bono gearbeitet haben. In kurzer Zeit entstanden hier überraschend konkrete Lösungen und Produkte für 6 gemeinnützige Vereine und Initiativen – und ein intensiver Austausch, der weit über die Veranstaltung hinauswirkt.
Mit Blick nach vorn bauen wir auf diesen Erfahrungen auf: Am 1. Oktober 2026 ist bereits der zweite Klimamarktplatz geplant, um die entstandenen Netzwerke weiter zu stärken. Die nAchtschicht wird 2027 fortgesetzt, ebenso wie die Social Days mit weiteren Unternehmensteams.
Darüber hinaus planen wir einen lokalen Unternehmens-Engagementpreis, um gute Beispiele sichtbar zu machen und noch mehr Unternehmen für gesellschaftliches Engagement zu gewinnen.
Was hat Ihnen am Bewerbungs- und Auswahlprozess gefallen?
Positiv hervorzuheben ist vor allem die klare Struktur des gesamten Verfahrens. Die Zeitschiene war nachvollziehbar und verlässlich, was die Planung deutlich erleichtert hat. Auch der Aufbau der Projektkonkretisierungsbögen war logisch und gut an den Bewertungskriterien ausgerichtet, sodass klar war, worauf es inhaltlich ankommt.
Zudem haben wir die Kommunikation mit dem LEADER-Management als sehr angenehm erlebt. Rückfragen wurden zuverlässig beantwortet oder bei Bedarf eingeholt, was den Prozess spürbar unterstützt hat.
Insgesamt wirkte der Prozess transparent und die Kommunikation durchweg professionell.

Für den Neubau eines Spielplatzes in Kanena hat die Stadt Halle (Saale) einen Zuschuss in Höhe von 241.500 € aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) erhalten. Der Spielplatz soll das Thema Feuerwehr aufgreifen. Das Projekt „Unser Feuerwehr – Spielplatz in Kanena“ entstand gemeinsam mit der Bürgerinitiative Kanena. Zuvor wurde die Fläche als Treffpunkt für die Bürgerschaft und die Freiwillige Feuerwehr genutzt. Durch die Bürgerinitiative wurden temporäre Spielangebote in Eigenleistung gestellt (Heuballen, provisorische Sandkiste, Bobbycar und Dreiräder).
Wir haben mit Frau Kristin Kopiera von der Bürgerinitiative gesprochen:
Was hat Sie dazu bewogen, sich für eine EFRE-/ESF+- Förderung zu bewerben?
In Kanena gab es bis 2019 einen mehr oder weniger kleinen Spielplatz, der in keiner Weise den Wünschen bzw. Ansprüchen von spielenden Kindern und ihren Eltern entsprach.
Nach dem vollständigen Verschwinden des Spielplatzes kam die Idee, aus Eigenmitteln einen neuen Spielplatz zu errichten.
Schnell wurde dabei klar, dass unser Budget viel zu klein war bzw. ist. Um vernünftig, den Ansprüchen der Stadt Halle aber auch der Kindern gerecht zu werden sowie einen nachhaltigen Spielplatz zu errichten, haben wir als Bürgerinitiative den Kontakt zur Stadt Halle aufgenommen und dann final die EFRE-Förderung beantragt.
Wie geht es nun im Projekt weiter?
Wir warten auf die Finanzfreigabe der Stadt Halle. Nach der Freigabe geht der Spielplatz in die Planung/Ausschreibung für die Materialien.
Was hat Ihnen am Bewerbungs- und Auswahlprozess gefallen?
Besonders gefallen und vor allem hilfreich waren die die Beratungsgespräche während der Antragstellung.
Für den Neubau eines Spielplatzes in Lettin hat die Stadt Halle (Saale) einen Zuschuss in Höhe von 239.760 € aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) erhalten. Das Projekt „Naturnahes Spielen in Lettin“ entstand gemeinsam mit der Bürgerinitiative Lettin/ Heide-Nord/ Blumenau.
Wir haben mit Frau Dr. Budnik von der Bürgerinitiative gesprochen:
Was hat Sie dazu bewogen, sich für eine EFRE-/ESF+- Förderung zu bewerben?
Seit über 10 Jahren wünschen sich die Einwohner von Lettin bereits einen Kinderspielplatz, denn es gibt keinen in Lettin. Lange Zeit war der Standort nicht ganz klar, da der Spielplatz sich eigentlich im Ortszentrum, aber in einer sicheren Lage befinden sollte. Als dann gemeinsam mit der Stadt ein geeigneter Standort gefunden wurde, fehlte das kommunale Geld. Aber Lettin als Stadtrandgebiet hatte die Chance, durch die LEADER/CLLD-Förderung eine Finanzierung zu erhalten. Gemeinsam mit der Stadtverwaltung erarbeitete die Bürgerinitiative den Antrag. Wir waren sehr froh, als das Projekt bewilligt wurde.
Wie geht es nun im Projekt weiter?
Inzwischen ist die Finanzierung gesichert. Nun wird ein Planungsbüro beauftragt. Die Bürgerinitiative wird eng mit dem Planungsbüro zusammenarbeiten und den Prozess der Errichtung begleiten
Was hat Ihnen am Bewerbungs- und Auswahlprozess gefallen?
Besonders hat mir die Unterstützung der Stadtverwaltung gefallen. Eine weitere interessante Sache sind die Mitgliederversammlungen des LEADER Halle e.V., auf denen man interessante Projekte kennenlernt. Die Bürokratie innerhalb des Projektes ist allerdings sehr belastend.
Für das Projekt "Neubau einer Reithalle in Halle-Dölau" hat der Reitsportverein Halle (Saale) e.V. einen Zuschuss in Höhe von 599.840,00 € aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) erhalten. Damit ist ein wichtiger Schritt für die Umsetzung des umfangreichen Vorhabens gesetzt. Wir haben beim Vereinsvorsitzenden, Herrn Trübner, nachgefragt:
Seit 2020 nutzt unser Reitsportverein die städtische Reitanlage in Halle-Dölau. Bereits damals war klar, dass umfangreiche Sanierungsmaßnahmen erforderlich sein würden, um die Anlage zukunftsfähig zu gestalten und die hohen Anforderungen an Tierwohl, Sicherheit sowie Trainingsbedingungen zu erfüllen. Daher haben wir frühzeitig eine umfassende Meilensteinplanung entwickelt.
In den vergangenen Jahren konnten wir Schritt für Schritt große Fortschritte erzielen: Der Reitplatz wurde komplett neu aufgebaut, die Flutlichtanlage modernisiert, die Wasserversorgung und Elektrik erneuert sowie Tore und Fenster im Stall ausgetauscht. Zudem wurde die komplette Paddock Anlage neu errichtet. Diese Arbeiten wurden durch die Unterstützung des Landes Sachsen-Anhalt, der Stadt Halle (Saale), der Saalesparkasse und zahlreicher weiterer Spender ermöglicht.
Ein zentrales Ziel blieb jedoch weiterhin unerreicht: die Errichtung einer Reithalle. Für unsere Arbeit ist sie unverzichtbar – sie bietet einen ganzjährig nutzbaren, geschützten Lernraum für Kinder und Jugendliche, insbesondere auch für Kinder und Jugendliche mit Behinderung. Sie ermöglicht verlässliche Trainingszeiten, Therapiebegleitungen und inklusionsorientierte Angebote, unabhängig von Witterung und Jahreszeit.
Über klassische kommunale oder landesweite Förderwege wäre ein Projekt dieser Größenordnung für einen ehrenamtlich getragenen Verein kaum realisierbar gewesen. Die EFRE-Förderung bot uns erstmals die Chance, ein solch bedeutendes Vorhaben mit einer hohen Förderquote von 80 % umzusetzen. Damit wird selbst kleineren Vereinen ermöglicht, dringend notwendige Infrastrukturprojekte anzugehen und nachhaltig in die Zukunft zu investieren.
Nach rund einem halben Jahr Wartezeit haben wir den positiven Bescheid zur Bauvoranfrage erhalten – ein entscheidender Meilenstein. Die technischen Planungen sind weitgehend abgeschlossen, und wir haben bereits Markterkundungen durchgeführt, um zeitnah eine beschränkte Ausschreibung für den Bau der Reithalle starten zu können.
Parallel dazu wurde der Bauantrag eingereicht. Wir hoffen nun auf eine zügige Bearbeitung, damit der Baubeginn planmäßig erfolgen kann. Darüber hinaus bereiten wir aktuell die organisatorischen und finanziellen Rahmenbedingungen vor. Dazu zählen die Abstimmung der Ausführungsdetails mit Fachplanern, die Vorbereitung der Ausschreibungen und Vergaben, die Planung des Bauablaufs, damit der laufende Reitbetrieb so wenig wie möglich beeinträchtigt wird, die Vorbereitung der notwendigen Nachweise für Mittelabrufe etc. sowie die Sicherung und Planung der Zwischenfinanzierung.
Unser Ziel ist es, die Reithalle nicht nur funktional, sondern auch nachhaltig zu gestalten – mit energieeffizienten Lösungen, modernen Materialien und langlebigen Strukturen. Sie soll ein Ort werden, der die Entwicklung unseres Vereins langfristig stärkt und gleichzeitig einen Mehrwert für die gesamte Region schafft.
Ein Förderprojekt dieser Größenordnung erfordert eine sorgfältige und vorausschauende Vorbereitung. Aus unseren Erfahrungen empfehlen wir:
Herzlichen Dank, Herr Trübner, und viel Erfolg in der Umsetzung!