Lokale Aktionsgruppe Halle Saale
Südspitze der Rabeninsel

Projektträger

© Stadt Halle (Saale) / Thomas Ziegler

Stand der Projektanträge und Bewilligungen

In der Karte des LAG-Gebietes sind alle beantragten (ausgewählten) und bewilligten Projekte verortet. (Stand: Mai 2026)

Stand der Projektanträge und Bewilligungen (1,6 MB)

Projektvorstellung „Unser Feuerwehr-Spielplatz in Kanena“

EFRE-Bewilligung für die Stadt Halle (Saale)

Für den Neubau eines Spielplatzes in Kanena hat die Stadt Halle (Saale) einen Zuschuss in Höhe von 241.500 € aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) erhalten. Der Spielplatz soll das Thema Feuerwehr aufgreifen. Das Projekt „Unser Feuerwehr – Spielplatz in Kanena“ entstand gemeinsam mit der Bürgerinitiative Kanena. Zuvor wurde die Fläche als Treffpunkt für die Bürgerschaft und die Freiwillige Feuerwehr genutzt. Durch die Bürgerinitiative wurden temporäre Spielangebote in Eigenleistung gestellt (Heuballen, provisorische Sandkiste, Bobbycar und Dreiräder).

Wir haben mit Frau Kristin Kopiera von der Bürgerinitiative gesprochen: 

Was hat Sie dazu bewogen, sich für eine EFRE-/ESF+- Förderung zu bewerben?

In Kanena gab es bis 2019 einen mehr oder weniger kleinen Spielplatz, der in keiner Weise den Wünschen bzw. Ansprüchen von spielenden Kindern und ihren Eltern entsprach.

Nach dem vollständigen Verschwinden des Spielplatzes kam die Idee, aus Eigenmitteln einen neuen Spielplatz zu errichten. 

Schnell wurde dabei klar, dass unser Budget viel zu klein war bzw. ist. Um vernünftig, den Ansprüchen der Stadt Halle aber auch der Kindern gerecht zu werden sowie einen nachhaltigen Spielplatz zu errichten, haben wir als Bürgerinitiative den Kontakt zur Stadt Halle aufgenommen und dann final die EFRE-Förderung beantragt.

Wie geht es nun im Projekt weiter?

 Wir warten auf die Finanzfreigabe der Stadt Halle. Nach der Freigabe geht der Spielplatz in die Planung/Ausschreibung für die Materialien. 

Was hat Ihnen am Bewerbungs- und Auswahlprozess gefallen?

Besonders gefallen und vor allem hilfreich waren die die Beratungsgespräche während der Antragstellung.

 

Projektvorstellung „Naturnahes Spielen in Lettin“

EFRE-Bewilligung für die Stadt Halle (Saale)

Für den Neubau eines Spielplatzes in Lettin hat die Stadt Halle (Saale) einen Zuschuss in Höhe von 239.760 € aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) erhalten. Das Projekt „Naturnahes Spielen in Lettin“ entstand gemeinsam mit der Bürgerinitiative Lettin/ Heide-Nord/ Blumenau. 

Wir haben mit Frau Dr. Budnik von der Bürgerinitiative gesprochen: 

Was hat Sie dazu bewogen, sich für eine EFRE-/ESF+- Förderung zu bewerben?

Seit über 10 Jahren wünschen sich die Einwohner von Lettin bereits einen Kinderspielplatz, denn es gibt keinen in Lettin. Lange Zeit war der Standort nicht ganz klar, da der Spielplatz sich eigentlich im Ortszentrum, aber in einer sicheren Lage befinden sollte. Als dann gemeinsam mit der Stadt ein geeigneter Standort gefunden wurde, fehlte das kommunale Geld. Aber Lettin als Stadtrandgebiet hatte die Chance, durch die LEADER/CLLD-Förderung eine Finanzierung zu erhalten. Gemeinsam mit der Stadtverwaltung erarbeitete die Bürgerinitiative den Antrag. Wir waren sehr froh, als das Projekt bewilligt wurde.

Wie geht es nun im Projekt weiter?

Inzwischen ist die Finanzierung gesichert. Nun wird ein Planungsbüro beauftragt. Die Bürgerinitiative wird eng mit dem Planungsbüro zusammenarbeiten und den Prozess der Errichtung begleiten

Was hat Ihnen am Bewerbungs- und Auswahlprozess gefallen?

Besonders hat mir die Unterstützung der Stadtverwaltung gefallen. Eine weitere interessante Sache sind die Mitgliederversammlungen des LEADER Halle e.V., auf denen man interessante Projekte kennenlernt. Die Bürokratie innerhalb des Projektes ist allerdings sehr belastend.

 

EFRE-Bewilligung für den Reitsportverein Halle (Saale) e.V.

Für das Projekt "Neubau einer Reithalle in Halle-Dölau" hat der Reitsportverein Halle (Saale) e.V. einen Zuschuss in Höhe von 599.840,00 € aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) erhalten. Damit ist ein wichtiger Schritt für die Umsetzung des umfangreichen Vorhabens gesetzt. Wir haben beim Vereinsvorsitzenden, Herrn Trübner, nachgefragt: 

 

Was hat Sie dazu bewogen, sich für eine EFRE-Förderung zu bewerben?

Seit 2020 nutzt unser Reitsportverein die städtische Reitanlage in Halle-Dölau. Bereits damals war klar, dass umfangreiche Sanierungsmaßnahmen erforderlich sein würden, um die Anlage zukunftsfähig zu gestalten und die hohen Anforderungen an Tierwohl, Sicherheit sowie Trainingsbedingungen zu erfüllen. Daher haben wir frühzeitig eine umfassende Meilensteinplanung entwickelt.

In den vergangenen Jahren konnten wir Schritt für Schritt große Fortschritte erzielen: Der Reitplatz wurde komplett neu aufgebaut, die Flutlichtanlage modernisiert, die Wasserversorgung und Elektrik erneuert sowie Tore und Fenster im Stall ausgetauscht. Zudem wurde die komplette Paddock Anlage neu errichtet. Diese Arbeiten wurden durch die Unterstützung des Landes Sachsen-Anhalt, der Stadt Halle (Saale), der Saalesparkasse und zahlreicher weiterer Spender ermöglicht.

Ein zentrales Ziel blieb jedoch weiterhin unerreicht: die Errichtung einer Reithalle. Für unsere Arbeit ist sie unverzichtbar – sie bietet einen ganzjährig nutzbaren, geschützten Lernraum für Kinder und Jugendliche, insbesondere auch für Kinder und Jugendliche mit Behinderung. Sie ermöglicht verlässliche Trainingszeiten, Therapiebegleitungen und inklusionsorientierte Angebote, unabhängig von Witterung und Jahreszeit.

Über klassische kommunale oder landesweite Förderwege wäre ein Projekt dieser Größenordnung für einen ehrenamtlich getragenen Verein kaum realisierbar gewesen. Die EFRE-Förderung bot uns erstmals die Chance, ein solch bedeutendes Vorhaben mit einer hohen Förderquote von 80 % umzusetzen. Damit wird selbst kleineren Vereinen ermöglicht, dringend notwendige Infrastrukturprojekte anzugehen und nachhaltig in die Zukunft zu investieren.

 

Wie geht es nun im Projekt weiter?

Nach rund einem halben Jahr Wartezeit haben wir den positiven Bescheid zur Bauvoranfrage erhalten – ein entscheidender Meilenstein. Die technischen Planungen sind weitgehend abgeschlossen, und wir haben bereits Markterkundungen durchgeführt, um zeitnah eine beschränkte Ausschreibung für den Bau der Reithalle starten zu können.

Parallel dazu wurde der Bauantrag eingereicht. Wir hoffen nun auf eine zügige Bearbeitung, damit der Baubeginn planmäßig erfolgen kann. Darüber hinaus bereiten wir aktuell die organisatorischen und finanziellen Rahmenbedingungen vor. Dazu zählen die Abstimmung der Ausführungsdetails mit Fachplanern, die Vorbereitung der Ausschreibungen und Vergaben, die Planung des Bauablaufs, damit der laufende Reitbetrieb so wenig wie möglich beeinträchtigt wird, die Vorbereitung der notwendigen Nachweise für Mittelabrufe etc. sowie die Sicherung und Planung der Zwischenfinanzierung.

Unser Ziel ist es, die Reithalle nicht nur funktional, sondern auch nachhaltig zu gestalten – mit energieeffizienten Lösungen, modernen Materialien und langlebigen Strukturen. Sie soll ein Ort werden, der die Entwicklung unseres Vereins langfristig stärkt und gleichzeitig einen Mehrwert für die gesamte Region schafft.

 

Was würden Sie anderen Projektträgern raten, die noch überlegen sich ebenfalls um Fördermittel zu bewerben?

Ein Förderprojekt dieser Größenordnung erfordert eine sorgfältige und vorausschauende Vorbereitung. Aus unseren Erfahrungen empfehlen wir:

  • Ein schlüssiges Gesamtkonzept 
    Alle wesentlichen Aspekte sollten bereits vor Antragstellung durchdacht sein: Ziele, Wirkung, Nachhaltigkeit, Kosten, Zeitplanung, Risikoanalyse und Betreuungs- bzw. Nutzungskonzepte. Hier sollte auch eine SWOT-Analyse erstellt werden.
  • Frühzeitige Klärung aller Genehmigungen 
    Bei Bauprojekten ist es entscheidend, mit Bauvoranfrage, Bauantrag und technischen Abstimmungen rechtzeitig zu beginnen, da diese Prozesse viel Zeit in Anspruch nehmen können.
  • Realistische Kosten- und Finanzplanung 
    Baupreise entwickeln sich dynamisch – entsprechende Puffer und Aktualisierungen der Kostenplanung sind unerlässlich.
  • Zwischenfinanzierung sicherstellen 
    Fördermittel werden erst nach Vorlage von Rechnungen und Zahlungsnachweisen ausgezahlt. Vereine sollten daher prüfen, wie sie die Vorfinanzierung sicher überbrücken können (z. B. über Kredite, Bürgschaften oder Unterstützer).
  • Gute Dokumentation 
    Eine saubere Dokumentation aller Schritte, Belege und Nachweise erleichtert später die Abrechnung und vermeidet Rückfragen.
  • Austausch mit anderen Projektträgern
    Der Dialog mit Vereinen oder Institutionen, die bereits erfolgreiche Förderprojekte umgesetzt haben, ist oft sehr wertvoll.
  • Durchhaltevermögen 
    Förderverfahren sind komplex und zeitintensiv. Beharrlichkeit, Teamarbeit und klare Zuständigkeiten helfen wesentlich dabei, auch umfangreiche Projekte erfolgreich umzusetzen.

 

Herzlichen Dank, Herr Trübner, und viel Erfolg in der Umsetzung!